Wurzeln

Von den Wurzeln bis zur Unendlichkeit

 

Wurzeln sitzen tief, sehr tief, damit wir hoch hinaus können. Sie sind verborgen in der Erde, wie in uns selbst. Mit ihrer ganzen Kraft halten sie uns auf dem Boden fest, damit wir in stürmischen Zeiten nicht die Erdung verlieren. Wie unsichtbare Adern nähren sie uns, auch wenn niemand dabei zusehen kann. Jeder von uns hat sie - Mensch, Tier, Pflanze, ganz egal, wir alle haben unseren Ursprung. Die Sehnsucht über uns hinauszuwachsen liegt schon in den Wurzeln des Menschseins begründet. Und sind wir nicht alle irgendwie miteinander verbunden, wenn es auch nur über ein Netzwerk an Wurzeln ist?

 

Doch wo fangen die Wurzeln in uns an, wie tief gehen sie wirklich? Das ist eine Frage, dessen Antwort man höchstens erahnen kann, denn sie sind ja weder sichtbar noch messbar. Fakt ist, wer wachsen will, muss zu seinen Wurzeln zurück. Muss verstehen lernen, woher er oder sie kommt, um den Ort seiner oder ihrer Sehnsucht zu erreichen. 

 

Die Reise zu den Wurzeln ist nicht immer einfach. Ich stelle sie mir vor, wie einen engen Stamm durch den man mühsam nach unten kriecht. Tastend wühlt man sich dann in der Dunkelheit voran, bis in die Spitzen hinein und trotzdem reicht ein Leben nicht, um all die Geheimnisse, die dort unten warten zu erforschen. 

Manche können wir aufspüren, sie erschrecken uns dann oder überraschen uns. Andere lassen uns lächeln und spenden uns ein warmes Gefühl um unser Herz. 

 

Sie alle haben ihre Berechtigung, denn sie sind es, die uns mit dem Moment vereinen können. Und wenn uns das gelingt - diesen einen Moment im Jetzt zu schätzen - ist das ein guter Schritt in Richtung Unendlichkeit. 

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